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ÜbersichtWas muss eine Organisationseinheit tun, die sich mit Konkurrenzbeobachtung beschäftigt? Aus den Zielen der Konkurrenzbeobachtung ergeben sich verschiedene Tätigkeitsfelder:
Verstehen der UmweltUm die Entscheidungsprozesse im eigenen Unternehmen mit Wissen über die Wettbewerber optimal unterstützen zu können, wird zunächst ein tiefes Verständnis des gesamten Umfelds benötigt. Das lässt sich beispielsweise gliedern in:
Globale FaktorenDie globalen Faktoren bilden das äußere Umfeld, das für die Unternehmen nicht oder nur wenig beeinflussbar ist. Zur Erfassung der Faktoren wird meistens die Unterteilung in 4 Segmente vorgenommen:
Veränderungen in den globalen Faktoren können erhebliche Auswirkungen auf das Unternehmen und die Wettbewerber haben, denkt man beispielweise an das Aufkommen des Internets oder an die Deregulierung einzelner Märkten. Daher ist das frühzeitige Erkennen von Veränderungen und Trends von größter Wichtigkeit. Weiterführende Links im Verzeichnis: Analyse der Umwelt BrancheKunden Wettbewerber Branchenstruktur Weiterführende Links im Verzeichnis: Branchenstrukturanalyse Darüber hinaus gibt es weitere Aspekte wie z.B. die Wettbewerbsdynamik. Die Management-Lehre hält auch dafür verschiedene Methoden und Werkzeuge bereit. Sie vertiefen das Verständnis für die Situation der beteiligten Unternehmen. Bearbeitung der Relevante WettbewerberAuswahl der relevanten WettbewerberOft muss eine Auswahl der Wettbewerber getroffen werden, die tiefergehend evaluiert werden. Denn die Ressourcen zur Wettbewerbsbeobachtung sind häufig beschränkt und erlauben es nicht, alle Unternehmen auf dem gleichen Detaillierungsniveau zu betrachten. Dabei hilft die Erkenntnis, das offenbar nicht alle Wettbewerber von gleicher Bedeutung für das eigene Unternehmen sind. Sie können sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Marktsegment, Größe, Region, Technologie oder anderen Aspekten so unterscheiden, dass eine weitere Untersuchung als nicht lohnswert erscheint. Allerdings muss eine solche Auswahl fortwährend überprüft werden, weil sich die Verhältnisse schnell ändern können, z.B. durch neue Trends, Produkte, Partnerschaften usw. BearbeitungBei der Bearbeitung der relevanten Wettbewerber kommen zwei Sichtweisen zum Tragen:> 1. Was wird der Wettbewerber voraussichtlich als nächstes tun? 2. Was steckt hinter den Schritten, die man beim Wettbewerber gerade beobachten kann? Beide Sichtweisen erfordern einen permanenten Abgleich miteinander, um die erstellten Prognosen und Szenarien zu bestätigen / zu widerlegen bzw. um ganz neue Wege des Wettbewerbers zu identifizieren. Für beide Vorgehensweisen ist ein solides Wissen über den Wettbewerber notwendig. Das darf aber nicht nur auf die reinen Fakten beschränkt bleiben. Der CI-Bearbeiter muss sich vor allem in die handelnden Personen hineinversetzen können, er sollte im Idealfall genauso fühlen und denken können wie sie. So kommt er in die Lage, Handlungsmuster und Entscheidungsprozesse nachvollziehen und auch vorhersagen zu können. Um diese Fähigkeiten zu erlangen, muss er immer wieder intensiven Kontakt mit den Wettbewerbern pflegen, z.B. durch Besuche auf Messen, Pressekonferenzen, Tage der offenen Tür usw. Kontinuierliche BeobachtungWichtig bei der kontinuierlichen Beobachtung ist der Zeitfaktor. Es geht also nicht nur darum, die Wettbewerber zu beobachten. Es muss auch fortlaufend getan werden. Nur so ist es möglich, Chancen und Risiken für das eigene Unternehmen zu erkennen und zeitnah darauf zu reagieren. Im allgemeinen muss die kontinuierliche Beobachtung permanent beantworten können, was die Wettbewerber tun und welche Veränderungen stattfinden. Besonders wichtig sind dabei folgende Ergebnisse:
Ein Teil der Informationsbeschaffung für die kontinuierliche Beobachtung kann automatisiert werden, z.B. durch Abonements von Informationsdiensten. Ein großer Teil jedoch kann nur über die aktive Recherche durch Verantwortliche gewonnen werden. Darüber hinaus sollte es jeder Mitarbeiter des Unternehmens als seine Aufgabe ansehen, alle ihm bekannt gewordenen Informationen ebenfalls einzubringen. Neben der Beschaffung ist vor allem die Verarbeitung und die Auswertung zu organisieren. In der Verarbeitung müssen viele Informationsströme konsolidiert und die relevanten Informationen extrahiert werden. Hierfür bietet sich der Einsatz von Speichermedien wie z.B. Dokumentenmanagement-Systemen an, die die Basis für automatisierte Alarmierungs- und Berichtswerkzeuge bilden können. Operative AuswertungBei der Auswertung werden eingehende Meldungen im Idealfall tagesaktuell bearbeitet. Relevante Entwicklungen (wichtig und/oder dringend) werden identifiziert (operative Auswertung) und den Bedarfsträgern (Entscheider, Vertrieb usw.) zeitnah vorgelegt, um sie auf dem aktuellen Stand zu halten und ihnen die Möglichkeit zu schnellen Reaktionen zu geben. Das wesentliche Element hierbei ist die aktive Versorgung der Bedarfsträger (Push). Die kontinuierliche Beobachtung wird damit zu einem wichtigen Datenlieferanten für andere Prozesse. Beispielsweise sind für Analysen (analytische Auswertung) oft Informationen notwendig, die nicht unmittelbar abgerufen werden können. Umgekehrt werden manchmal Informationen verfügbar - z.B. in Form von Zeitungsartikeln - für die zur Zeit keine konkrete Verwendung besteht, die aber für spätere Untersuchungen nützlich sein könnten. ![]() Abbildung: Arbeitsweise LagezentrumDie kontinuierliche Beschaffung von Informationen und deren zeitnahe Bearbeitung ist auch für andere Prozesse wichtig, wie z.B. für das Krisenmanagement. Daher kann eine gemeinsame Organisation sinnvoll sein, z.B. in Form eines Lagezentrums. ![]() Abbildung: Lagezentrum Planung
Beschaffung
VerarbeitungDie Informationen müssen so gespeichert und mit Zusatzinformationen versehen werden, dass sie zum einen für die tagesaktuelle Auswertung aus der Gesamtmenge selektiert werden können und andererseits auch für andere Analysen verfügbar sind. Werkzeuge zur automatischen Klassifizierung können aus eingehenden Informationsströmen Warnmeldungen generieren. AuswertungAnhand der eingangs definierten Kriterien oder ad-hoc durch einen erfahrenen CI-Bearbeiter wird entschieden:
VerbreitungWichtige Informationen werden inhaltlich zusammengefasst und z.B. in Form von standardisierten Tages- oder Wochenmeldungen verbreitet. Dringliche Informationen müssen ggf. auf dem schnellsten Weg, z.B. telefonisch mitgeteilt werden. FrüherkennungBeschreibungDie Konkurrenzbeobachtung sollte ein integraler Bestandteil des Früherkennungssystems eines Unternehmens sein, mit dem frühzeitig neue Chancen und Risiken identifiziert werden können. Im Mittelpunkt steht dabei das Erkennen von sog. schwachen Signalen, die meist am Anfang solcher Entwicklungen stehen. Wichtig dabei ist das Bewusstsein für die eigenen “blinden Flecken”, die das Erkennen der Signale erschweren. So beschreibt z.B. Joel Barker (in Anlehnung an Thomas Kuhn) den sog. Paradigma-Effekt: Signale außerhalb der eigenen Paradigmas werden oft nicht erkannt. Neue Paradigmen kommen meist von Außenseitern und Randgruppen. In den Unternehmen sollten zur besseren Wahrnehmung regelmäßig die Fragen gestellt werden: Was ist bei uns unmöglich? Was würde uns ganz neue Möglichkeiten eröffnen? In der Literatur wird im Rahmen der Früherkennung auch von den Teilprozessen Scanning, Monitoring, Forecasting und Assessment gesprochen. Das Scanning ist das ungerichtete Abtasten der Umwelt nach Signalen, die neue Trends ankündigen. Nach ihrer Identifikation werden Trends mit Hilfe des Monitoring gezielt überwacht. Auf Basis dieser Informationen wird mit dem Forecasting die zukünftige Entwicklung vorhergesagt. Das Assessment untersucht die Auswirkung dieser Entwicklung auf die Unternehmen. PlanungLeitfragen zur Planung:
BeschaffungNahezu alle Arten der Beschaffung und von Quellen können relevante Informationen liefern. VerarbeitungDie Speicherung der Daten sollte sehr flexible Auswertungen zulassen. Interessant kann z.B. die Analyse im Hinblick auf das zeitliche Zusammenfallen von Ereignissen sein. Ebenfalls nützlich kann das automatische Erkennen neuer Begriffe sein. AuswertungDie gewonnenen Informationen sind meist schwach strukturiert, daher erfolgt die Auswertung zunächst oft intuitiv. Mit zunehmendem Konkretisierungsgrad werden genutzt:
VerbreitungDa die ersten Indikatoren für neue Trends selten die Form von harten Fakten und Zahlen haben, ist für den nutzbringenden Umgang ein Klima erforderlich, das ausreichend Raum für Intuition und Kreativität lässt. Eine mögliche Art der Verbreitung sind regelmäßige Trendmeetings, in denen neue Entwicklungen bereichsübergreifend diskutiert werden. |
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